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Ökologischer Obstgarten
Der Ökokreis bei der Garten Tulln
Gartenplan

Lebensraum Obstbaum

Der Obstbaum-Hochstamm
In diesem 350 m2 großen Garten soll gezeigt werden, dass großkronige Obstbäume auch in einem kleinen Hausgarten gepflanzt werden können und dadurch mehr Raum geschaffen wird, als mit niedrigen Baumformen.
Mit den Hochstämmen (H) Apfel, Birne, Marille und Süßkirsche, die ­einen Kronenansatz in 1,80 m Höhe aufweisen, wird demonstriert, dass sie ­keinen Platz wegnehmen – im Gegenteil, darunter kann man einen ­großzügigen Sitzplatz sowie einen Sandspielplatz für die Kinder anlegen, eine gemütliche Hängematte befestigen oder einfach nur die Wiese ­wachsen lassen. Die jungen Bäumchen haben noch einen geringen ­Kronendurchmesser, deshalb benötigt man für Sitzplatz und Hängematte in den ersten Jahren einen Sonnenschirm, der nicht mehr notwendig ist, wenn die ­Bäume ihre endgültige Höhe erreicht haben.

Der Obstbaum-Halbstamm
mit einem Kronenansatz in 1,20 m Höhe eignet sich für Zwetschke und Pflaume. Das Pflücken von Einzel­früchten ist mit dem Aufstellen von ­Stehleitern gut zu bewältigen, da diese Baumform, unter anderem ­bedingt durch einen gezielten Baumschnitt, auch nicht so groß wird wie Hochstämme. Da man darunter nur gebückt oder gar nicht gehen kann, eignen sich die kleineren Baumformen für Plätze am Rande des Gartens. Somit nutzt man Flächen, die nicht unbedingt begangen werden müssen. Der Halb- und ebenso der Hochstamm sind stark­wüchsig und langlebig (100 Jahre). Das Ertragsstadium beginnt allerdings erst nach 5 bis 8 Jahren.

Der Mehrsortenapfelbaum
ist ein Halbstamm, das heißt, der Kronenansatz beginnt in 1,20 m Höhe und erleichtert somit die Ernte. Auf diesem Baum sind 3–4 verschiedene Sorten unterschiedlicher Reifezeit veredelt: Vom nur einige Wochen ­haltbaren Sommerapfel über den mehrere Wochen haltbaren Herbstapfel bis zum monatelang haltbaren Winterapfel kann man sich das ganze Jahr mit Äpfeln versorgen. Auf den drei Seitenästen befinden sich die Sommer- und Herbstsorten. Auf dem Hauptast, der bei weiterem Wachstum dann zwei Drittel des Baumes ausmacht, wächst die Wintersorte, von der man, bedingt durch ihre Lager­fähigkeit, den langfristigen Fruchtgenuss erzielt.

Etwaiges unterschiedliches Wuchsverhalten der Seiten­äste wird durch den jährlichen Baumschnitt ausge­glichen. Dies ist weniger auf die ver­schiedenen Sorten zurückzuführen, als auf die unterschiedliche Wuchs­förderung der Äste, bedingt durch ihre Stellung zum Stamm. Steiler stehende Äste erhalten mehr Baumsaft und wachsen dadurch ­stärker, deshalb ist es wichtig, wie bei den anderen Obstbäumen auch, in den ersten 10 ­Jahren jährlich einen Erziehungsschnitt durchzuführen.

Auf dem Mehrsortenapfelbaum sind nur alte und ro­buste Sorten veredelt, wie auch auf allen anderen Obstbäumen dieses Gartens. Sie stammen aus den Sorten­erhaltungsgärten des Ökokreis, die sich im Wald- und Weinviertel (NÖ) befinden.

Spaliere
mit einer Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren und einem Ertragsbeginn nach 2–3 Jahren stehen im Kronenbereich der jungen Hochstammobstbäume. Wenn diese ihre Krone voll entwickelt haben, sind die schwachwüchsigen Bäumchen am Ende ihrer Ertragsleistung. Damit soll aufgezeigt werden, dass man trotz der langen Wartezeit auf die Früchte eines Hochstammes nicht auf eigenes Obst verzichten muss.

Die beiden Eingangsbereiche führen durch mehrere ­Apfel- und Birnen­bögen. Statt eines Zaunes wird der Garten süd- und westseitig durch eine belgische Apfelhecke abgegrenzt. Bis zu 20 verschiedene Apfelsorten unterschiedlicher Reifezeit stecken in dieser fruchtigen Umzäunung. An der Ostseite befindet sich an der Holzlamellenwand ein Spalier aus ­Äpfeln und Weichseln. Pfirsich, Quitte und Kiwi wachsen als Spalier am ­Infohaus, um dieses neben Rosen und Clematis in eine grüne, blühende Laube zu verwandeln.

Ökologisches Umfeld
Um ein ökologisches Gleichgewicht in diesem Garten zu schaffen, sind ­folgende Unterschlupfe für Tiere vorgesehen: Vogelnistkästen, Steinlese­haufen für Kriechtiere, Reiserhaufen für Igel, Insektenhotel.
Eine Bauerngarten-Staudenrabatte vor dem ostseitigen Spalier bietet ­weiteren Lebensraum für Insekten und bringt Farbe in den Garten, ebenso die Wildwiese mit ihrer Vielfalt an Gräsern und Wildblumen.

Der begehbare Bereich ist ein Blumenrasen, das heißt, man mäht nur ­mäßig und stellt das Mähwerk hoch ein, damit Gänseblümchen, Veilchen, Vergissmeinnicht und Löwenzahn zur Blüte kommen können. Ein kleiner Tümpel ist als Wassertränke für Vögel und Bienen gedacht.

Wildobst
Kleinkronige Wildobstbäume bzw. Großsträucher mit essbarem Obst sind so positioniert, dass sie mit den Lichtverhältnissen auch bei größer ­werdenden Obstbäumen auskommen (Kirschpflaume, Kornelkirsche, ­Holunder, Apfelbeere, Sanddorn, Schlehe, Haselnuss).

Baumscheiben
Um die Obstbäume sind Baumscheiben angelegt und mit Einjährigen ­sowie Stauden (mehrjährig, krautige Pflanzen) bepflanzt. Bei diesen ­Pflanzen handelt es sich um so genannte Repellentpflanzen, die ­einerseits Krankheiten und Schädlinge von den Pflanzen abhalten, andererseits ­Farbe in den Obstgarten bringen:

Tagetes -› Wurzelnematoden • Wermut -› Rostpilze Wolfsmilch/Kaiserkrone -› Mäuse • Rainfarn -› Blattläuse Kapuzinerkresse -› Blutläuse • Lavendel -› Ameisen
Schnittlauch -› echter Mehltau
Gemüsegarten quer gedacht
Dieser Mustergarten bietet einer Familie viele Anregungen zum „Pflanzen, Ernten und Genießen.“
Das Herzstück bilden die in Mischkultur angelegten Gemüsebeete entweder als Fruchtfolge in Form der kombinierbaren Modulbeete oder das ebenso leicht erlernbare ABC der Mischkultur.
Gängige und seltene Küchenkräuter, Gemüseraritäten, Essbare Blütenpflanzen, Obstgehölze, Gemüsetipi, Permakultur- Ecke und Frühbeete für wärmeempfindliche Pflanzen fehlen ebenso wenig wie Hochbeete, Kompostplatz und die Demonstration von Gemüse- und Obsteinwinterung.
Ein Garten für alle Sinne. Guten Appetit!

Mischkultur Info

Mischkultur Vorlage
Gaertnerei